2013, fortlaufend. off-show mit getränken.

texte lesen, gedanken austauschen, und dabei rotwein trinken - ja, geht das denn? ja! denn zum gl√ľck gibt es den rororoTWEIN-KLUB. in unregelm√§√üigen abst√§nden wird hier alles gelesen, was buchstaben hat. immer zu einem bestimmten thema, in entspannter runde, immer edgy as hell. dazu gibt es ausgew√§hlten wein aus dunkelgr√ľnen flaschen, gezielte k√∂rperbewegungen und experimente zur poesie-bildung.

der rororoTWEIN-KLUB residiert seit april 2013 in köln, seit august 2016 in leipzig. saisonal auch unter dem namen ai-weiweiSSWEIN-KLUB - watch out!

rororo 1: DIE BESTIE
rororo 2: FIEBER
rororo 3: REGELN
rororo 4: ANDERS
rororo 5: GER√ĄUSCH
rororo 6: SCHAM UND CHARME

der rororoTWEIN-klub

best of poesiemaschine:

mir brennt die haut. ich brauche g√∂ttlichen schlaf. ich will fressen. viel fettiges, bis zum kotzen. aber die helligkeit verursacht √ľbelkeit und schwindel. rational betrachtet: ich hasse meinen schlaf! schwach schwanke ich √ľber den dorfplatz. mir war aber glasklar, dass ich von dem gespr√§ch √ľber die dicke katze nicht abschweifen durfte. ich musste irgendwie wieder daran ankn√ľpfen, aber so beil√§ufig wie ein vorbeifahrendes taxi in einer kalten novembernacht. also dachte ich an etwas ganz banales und doch so faszinierendes: den mond. w√§re ich gro√ü genug gewesen, h√§tte ich mich am mond strangulieren k√∂nnen.

das giftgas steigt mr. bones zu kopf. er beginnt zu schwitzen. im traum sieht er gelbe fahrr√§der, auf denen dunkelblaue enten in gro√üen b√∂gen um einen baum kreisen. dann sah er nichts mehr. sein blick war von kummer verstellt. er sehnte sich so sehr nach ihm. er dachte kurz an den kalten revolver im handschuhfach. doch die erinnerung an damals lie√ü ihn zur√ľckschrecken. √ľberall milch! wie damals an den br√ľsten seiner mutter. ich verschwinde in ihrer w√§rme. sie umarmt mich sanft.

der rote wein rinnt mir die kehle hinunter und meine wangen f√§rben sich rot. ich frage mich, ob es an der geheimen libanesischen geb√§rde f√ľr "romantische begegnung" liegt. doch allgemein ist ja bekannt, geb√§rden sind √ľberbewertet - die nase sorgt f√ľr den richtigen riecher... er zog sich eine socke aus und roch daran. weil es so √§therisch war, roch er noch drei mal daran, und fing an, schmatzend daran zu knabbern, es schmeckte! wer h√§tte das gedacht? nach dem verschwefelten wein war das ein regelrechtes festmahl. ein genuss. laut schmatzend a√ü ich alles auf. dann rieb ich mir schamlos den blanken bauch und stellte mich vor die fensterscheibe. drau√üen lief boris mit den roten haaren an der scheibe vorbei. er gr√ľ√üte mich mit seiner ekligen feuchten hand voller warzen. ich dr√ľckte sie ihm liebevoll aus.

sie nahm die scheibe knuspriges sesamkn√§ckebrot zwischen ihre z√§hne und biss voller schwung hinein. pl√∂tzlich ert√∂nte ein helles summen oder s√§gen. sie f√ľhlte sich an ihren charmanten zahnarzt erinnert bei diesem ger√§usch. ach, der zahnarzt! nie w√ľrde sie ihn vergessen, seit sie zusammen dieses romantische wochenende in prag verbracht hatten. damals, als sie hilflos auf dem behandlungsstuhl lag, dachte sie noch, sie w√§re seine einzige geliebte. aber jetzt, wie sie ihn h√∂rte, wie er sprach, wie er roch. sie wusste: es gibt noch eine, die andere. und sie wollte wissen, welche ger√§usche die andere macht. wollte er die andere mehr h√∂ren als sie? und dann roch sie auch noch das schwere parf√ľm: muschi deluxe. sie steckte sich eine nasenklemme ins gesicht, doch sie konnte nicht aufh√∂ren, an das zu denken, was sie gerochen hatte. es war die wunderbare mischung aus pisse und frauenparf√ľm. das hat aber nichts mit russland zu tun.